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Call for Papers: JGLR 2026 „Geschichte(n) über Grenzen auf dem Land“

  • 2025-03-31T10:44:00+02:00

Einladung zur Einreichung von Beiträgen für das Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 2026, hg. von Dietlind Hüchtker und Oliver Kühschelm.

Die Ausgabe 2026 des Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes (OA, peer reviewed) wird sich mit Grenzen in ländlichen Räumen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart beschäftigen und lädt zu Beitragsvorschlägen ein – bis 30.4.2025.

Das in Buchreihen und Studiengängen als Border Studies gefasste Feld geht auf die aktuellen Debatten von Grenzregimen zurück, nicht nur im Hinblick auf Migrationspolitik, auch im Hinblick auf Aufhebung und Erneuerung von Grenzkontrollen in der EU, außerdem stehen wirtschaftspolitische Fragen wie die Erhebung von Zöllen, Ein- und Ausfuhrregulationen etc. im Fokus. Ziel der Border Studies ist es, die Komplexität von Grenzkonstruktionen zu betonen, die Verquickung von Praktiken, Diskursen und Vorstellungen, von Materialität und Politik, von Austausch und Beschränkung. Allerdings konzentrieren sich die Überlegungen oft auf Staatsgrenzen und auf soziale, kulturelle und politische Konstellationen der Gegenwart. Die Historizität von Grenzräumen, Grenzpraktiken und Grenzvorstellungen spielt in den Border Studies ebenso eine geringere Rolle wie der ländliche Raum.

Der geplante Band will hier ansetzen und das Spezifische von Grenzräumen auf dem Land in ihrer Historizität in den Blick nehmen. Wie wandelten sich Grenzen in ihrer Materialität und in ihrem Bezug auf Räume, welche Vorstellungen, welche Nutzungen und welche Ziele veränderten sich wie? Zwei Aspekte aus den Border Studies sollen dabei berücksichtigt werden:

  • Grenzziehungen (Staat, Region, Gemeinde, Kataster) und
  • Grenzpraktiken (schmuggeln, reisen, kontrollieren, bauen, migrieren, ablaufen),

Grenzziehungen und -praktiken erzeugen sowohl Grenzräume (Expansion und Einhegung) als auch Grenzdiskurse (Ein- und Ausschluss).

Aus dieser Perspektive können eine Vielzahl von Grenzen, die durch Verwaltungsakte gezogen und gestützt werden, untersucht werden, beispielsweise Landes-, Bezirks- und Gemeindegrenzen; Besitzgrenzen, wie sie durch Kataster dokumentiert und durch Grenzsteine markiert werden; durch Flächenwidmung gezogene Trennungen zwischen Nutzungsformen; die Eisenbahntrasse oder Bundesstraße, die einen Ort teilt oder Stadt von Umland trennt. Die Grenze zwischen Natur und Kultur kann sowohl der Kurpark am Ortsrand als auch die Tankstelle an der Ausfallsstraße anzeigen. Viele Grenzen sind zunächst nur auf Papier vorhanden, werden aber mit der Zeit baulich sichtbar, so das sich mit Hallen füllende Gewerbegebiet; andere bleiben dauerhaft nur an Alltagspraktiken erkennbar, so der Schul- oder Kindergartensprengel, der sich in den Bewegungsmustern von Eltern und Kindern zeigt. Manche Praktiken gewinnen ihren Sinn nur durch das Verhältnis zur Grenze wie die Verzollung oder der Schmuggel.

Der Band soll für eine große Bandbreite von Zugängen offenstehen, die sich in historischer Perspektive Grenzziehungen und Grenzpraktiken widmen, die urbane und/oder ländliche Räume konstituier(t)en, landschaftliche, ländliche und städtische Räume gestalte(te)n.

Beitragsvorschläge:

Wir bitten um Zusendung von Abstracts (ca. ½ Seite) bis 30.4.2025 an: oliver.kuehschelm@ruralhistory.at

Geplant ist ein Workshop zur Diskussion der Beiträge im November 2025.

 

Informationen zum JGLR/RHY auf unserer Institutswebsite

Open Access Portal des JGLR/RHY

 

 

Foto: privat

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